
ERREGUNG IST NICHT LUST
SEXUALBERATUNG HAMBURG
Viele Männer machen den Fingertest und denken: Sie ist feucht, also hat sie Lust. Und manche Frauen halten eine Morgenlatte für ein Angebot. Beides ist ein Irrglaube. Lust und Erregung sind zweierlei.
Das klingt nach einer Feinheit – und ist doch der Satz, nach dem in meiner Praxis am häufigsten jemand kurz still wird.

WAS DER UNTERSCHIED IST
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Erregung ist eine körperliche Reaktion: Durchblutung, Feuchtigkeit, eine Erektion. Der Körper kann das tun, ohne dass Sie etwas davon wollen.
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Lust ist das Wollen. Sie hat mit der Stimmung zu tun, mit dem Tag, mit der Beziehung – und lässt sich von außen nicht ablesen.
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Körperliche Reaktionen sind deshalb kein sicherer Hinweis auf Lust. In beide Richtungen nicht.
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Anspannung bremst die Erregung. Wer flach atmet oder die Luft anhält, dessen Körper schaltet auf Alarm.
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Ein längeres Vorspiel erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass aus Erregung auch Lust wird.

WAS SICH DAMIT ÄNDERT
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Niemand muss am Körper des anderen ablesen, ob er darf. Man kann fragen.
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Ein Körper, der nicht mitmacht, ist kein Urteil über die Beziehung.
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Und ein Körper, der mitmacht, ist noch kein Ja.
In der Beratung arbeiten wir an beidem. An der Erregung, die sich über Atmung, Bewegung und Aufmerksamkeit verändern lässt – das ist Handwerk, und Handwerk kann man lernen. Und an der Lust, bei der es meistens um etwas anderes geht: um Zeit, um Anerkennung, um das, was tagsüber zwischen Ihnen passiert.
Die meisten Paare brauchen dafür vier bis fünf Sitzungen.
Wenn Sie vor allem streiten, sind Sie bei einer Paarberaterin besser aufgehoben. Und wenn schwere traumatische Erfahrungen im Raum stehen, gehört das in traumatherapeutische Hände.
Ich sage Ihnen das offen, wenn wir uns das erste Mal sehen.
